27.03.2009

„Wichtig ist vor allem, den Geist der Versöhnung zu leben“

Weihbischof Brahm diskutiert mit Schülern und Lehrern der Verbundschule Themen der Gesundheits- und Kirchenpolitik.

Lebach. „Warum sind Sie Priester geworden? Müssen Sie immer die Soutane tragen? Welche Musik hören Sie am liebsten? Wie kann es uns gelingen, unsere muslimischen Mitschüler besser zu integrieren?“ – diesen und ähnlichen Fragen der Schüler und Lehrer der Verbundschule für Gesundheits- und Pflegeberufe der Marienhaus GmbH im Saarland stellte sich Weihbischof Robert Brahm bei seinem Besuch Mitte März. Brahm besuchte die Schule im Rahmen seiner Visitation des Dekanats Dillingen. Bei der Visitation, die alle vier bis fünf Jahre stattfindet, besucht der Bischof alle Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen.

 In Lebach wurde Brahm von den Klassenvertretern der verschiedenen Kurse und von einigen Lehrern begrüßt. Nach einem ausführlichen Rundgang durch die Schule beantwortete Brahm gern die vielen Fragen und diskutierte mit den jungen Menschen Themen der Gesundheits- und Kirchenpolitik. „Wir haben in unseren Kursen extra nachgefragt, was unseren Klassenkameraden auf den Nägeln brennt“, erzählte Lisa Albrecht, Vertreterin des Kurses „Vollgas“. Und so erfuhren die Schüler und Lehrer nicht nur, dass Brahm seine Soutane nur zu offiziellen Anlässen trägt und am liebsten klassische Musik hört, sondern sie diskutierten auch über das schwierige Thema Sterbebegleitung und erörterten die Frage, inwieweit die Kirche sich in gesellschaftspolitische Themen einmischen darf und sollte.

 „Gerade in den Krankenhäusern sind unsere Schüler immer öfter mit älteren Menschen und dem Sterben konfrontiert“, berichtete Roland Schaefer, der Schulleiter der Verbundschule. Hier gilt es, den jungen Menschen Hilfestellungen an die Hand zu geben und sie mit ihren Erfahrungen nicht allein zu lassen. Brahm lobte das Engagement der Marienhaus GmbH, die in ihren Schulen für Gesundheits- und Pflegeberufe ein Seminar zur Sterbebegleitung in den Ausbildungskonzepten fest verankert hat. „Dieses Seminar wird sehr gut angenommen“, berichtete Schaefer, und die Rückmeldungen der Schüler sind durchweg positiv.

 „Wichtig ist vor allem, den Geist der Versöhnung zu leben“, gab Brahm den Schülern und den Lehrern auf die Frage, wie im Schulalltag mit anderen Konfessionen umgegangen werden kann, mit auf den Weg. 

„Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an ihrem Beruf, für den sie sich entschieden haben und viel Kraft für die Menschen, die Ihnen anvertraut sind“, verabschiedete sich Brahm. (Text und Bilder: Anja Loudovici)

Weihbischof Robert Brahm besichtigt gemeinsam mit Schülern und Lehrern der Verbundschule die Räumlichkeiten.