„Im Pflegeheim bin ich Angehörige, Seelsorgerin, Krankenschwester, Blitzableiter, Ärztin und manchmal Dienstmädchen gleichzeitig“

Eine generalistisch ausgebildete Pflegekraft erzählt von ihrer Arbeit

19.06.2015

Nunkirchen. Janine Düpre hat an der Verbundschule Lebach am Modellprojekt „generalistische Ausbildung“ teilgenommen. In dreieinhalb Jahren hat sie einen Abschluss in der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und in der Altenpflege erworben. Nach dem Examen im Frühjahr dieses Jahres übernahm sie eine Stelle im Alten- und Pflegeheim St. Sebastian Nunkirchen. Wir sprachen mit ihr über ihren beruflichen Werdegang.  

Janine, schildere doch bitte kurz die Gründe, weshalb du jetzt im Alten- und Pflegeheim Nunkirchen arbeitest.

Zum einen habe ich dort eine lange Zeit meiner Ausbildung verbracht und auch mein praktisches Examen absolviert. Ich bin sehr gut auf die Prüfung vorbereitet worden (an dieser Stelle ein großes Lob an meine Praxisanleiterin!).  Zum anderen habe ich aber auch nette Kollegen, die mich unterstützen. Zudem pflegt das Altenheim einen guten Umgang mit den Bewohnern und bietet ihnen viele Beschäftigungsmöglichkeiten.

Hattest du schon vor Beginn der Ausbildung Erfahrungen im Altenpflegebereich gesammelt? Wenn ja wo?

Vor meiner Ausbildung kam für mich nur die Arbeit in einem Akutkrankenhaus infrage. Auch mein Jahrespraktikum absolvierte ich im Marienkrankenhaus St. Josef in Hermeskeil.

Hast du dich damals speziell für die generalistische Ausbildung beworben?

Nein, ich wollte Gesundheits- und Krankenpflegerin werden. Während meines Vorstellungsgespräches wurde mir dann die generalistische Ausbildung vorgestellt. Diese hörte sich gut an: 3 Berufe in 3 ½ Jahren! Auch das Interesse in die Einblicke der Kinderkrankenpflege wurde geweckt.  Damals dachte ich mir: ,,Naja, die 18 Wochen Altenpflege bekomme ich dann auch noch irgendwie rum. ´´

Anscheinend hast du erst während der Ausbildung die Altenpflege für dich ,,entdeckt´´ - was ist für dich das Besondere an diesem Bereich? Was unterscheidet die Arbeit im Altenheim von der in der Akutklinik?

Schon während meiner ersten Zeit im Altenpflegebereich merkte ich schnell, dass mir die Arbeit dort viel Freude macht. Die Menschen werden immer älter und das bedeutet, dass immer mehr Menschen im Alter auf fremde Hilfe angewiesen sind. Deshalb ist der Altenpflegeberuf nicht nur Gold wert, sondern ein Beruf mit Zukunft. Ein guter Umgang und Einfühlungsvermögen mit alten Menschen zeichnet die Altenpflege aus. Altenpflege ist ein kreativer, abwechslungsreicher Beruf mitten im Leben und nah am Menschen. Hier braucht man ein Gespür für die individuellen und sozialen Bedürfnisse älterer Menschen. Außerdem ein Interesse an medizinischen, pflegewissenschaftlichen, rechtlichen und verwaltungstechnischen Fragestellungen. Man ist eigentlich Angehöriger, Seelsorger, Krankenschwester, Blitzableiter, Arzt und manchmal Dienstmädchen gleichzeitig. Es berührt mich sehr die Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten, ihnen diesen so respektvoll wie möglich zu gestalten und auch an ihrer Seite zu stehen, wenn sie ihren letzten Atemzug nehmen.

Da die  Verweildauer im Krankenhaus viel kürzer wird, verlagert sich auch die Pflegesituationen in den Heimen. Kenntnisse über die Bedienung technischer Geräte zur Beatmung oder über die Versorgung von Wunden gehören in der Altenpflege mittlerweile zum Alltag. 

Wie geht es dir als „frisch Examinierte“ in deinem neuen Arbeitsbereich?

Es ist eine ganz neue Erfahrung, die komplette Verantwortung für alle Bewohner zu haben. Die kleinsten Fehler können große Folgen mit sich bringen. Anders als im Krankenhaus ist im Heim kein Arzt direkt vor Ort und ich muss im Notfall selbst verantwortungsvolle Entscheidungen treffen. Speziell als frisch Examinierte ist man noch sehr unerfahren und unsicher.

Du hast ja die generalistische Ausbildung absolviert; inwiefern profitierst du davon in deinem Alltag im Pflegeheim?

Durch die breit gefächerte Ausbildung bringt man Erfahrungen aus allen Bereichen mit und kann diese individuell einsetzen. Gerade der häufige Wechsel in den Bereich hat mich gefördert, komplexe und umfangreiche Zusammenhänge in kurzer Zeit zu erfassen und zu ordnen. Außerdem fördert es die eigene Flexibilität.

Wie waren für dich die dreieinhalb Jahre Ausbildung an der Verbundschule rückblickend?

Die Jahre an der Verbundschule haben mich sehr geprägt. Ich konnte viele Erfahrungen sammeln und neue Menschen kennenlernen. Es war eine anstrengende Zeit (gerade die Zeit vor dem Examen :-D ) aber das gute Klima und das gemeinsame Lernen lösten oft die Anspannungen. Natürlich will ich auch ein  Lob an die Lehrer aussprechen, die immer bei Fragen zur Seite standen. Um nochmal zu generalistischen Ausbildung zurück zu kommen: Mir hat die generalistische Ausbildung viel gebracht, vor allem durch die Einblicke in die verschiedenen Bereiche, besonders in die Altenpflege, da ich mir vor der Ausbildung nie vorstellen konnte in diesem Bereich zu arbeiten. Durch die neue Form der Ausbildung bekommt jeder die Möglichkeit, in allen Bereichen der Pflege Erfahrungen zu sammeln und seine Wünsche und Besonderheiten einzubringen. Desweiteren eröffnet es neue Türen für die Zukunft und die Pflege.

Vielen Dank und alles Gute für deine Zukunft!   

Verbundschule für Gesundheits- und Pflegeberufe der Marienhaus Kliniken GmbH im Saarland

Hans-Schardt-Str. 1a
66822 Lebach
Telefon:06881 936273-0
Telefax:06881 936273-99
Internet:http://www.verbundschule-lebach.de

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